Uniwagnis/HIS für alle?

Beitrag vom 31.3.2009:

Eines der bestgehüteten und verschwiegensten Geheimnisse der Versicherungwirtschaft wird gelüftet. Wie ich einem Beitrag des “lawblog” entnahm, der wiederum auf einen Beitrag der “Welt” verweist, ist der GDV gezwungen worden, Auskünfte aus der sog. “HIS”-Datei, auch unter UNIWAGNIS bekannt, auf Anfrage bekanntzugeben. Angesichts des Startdatums habe ich zunächst an einen Aprilscherz geglaubt. Da sich die Informationen aber auch auf der offiziellen Seite des GDV befinden, wird das schon seine Richtigkeit haben. Man sollte sich als Anwalt also neben der Einholung eines Auszugs aus dem Kraftfahrtbundesamt in Bußgeldsachen angewöhnen, dort einen Auszug anzufordern, wenn man einen Diebstahlschaden über die Kasko regulieren will.

Wünschenswert wäre es, wenn der GDV einen Onlinezugang schaffen würde, wie er beispielsweise beim Zentralruf existiert.

Die “schwarze Liste” gegen Versicherungen sind übrigens schon seit längerer Zeit öffentlich und hier und hier zu finden. 🙂

Update 29.3.2011:

Nach fast 2 Jahren gibt es nun endlich was neues in Richtung “Uniwagnis/HIS” bzw. Betrugswarnsystem der Versicherungen. Unter diesem Link zum GDV kann ein pdf mit der Darstellung des neuen Zugangs heruntergeladen werden; weitere Hintergrundinfos gibt es bei der FTD (Link). Das Ganze wird jetzt in Form einer Auskunftei betrieben, deren Einzelanfragen kostenpflichtig ist; allerdings hat nicht jeder Zugang zu den Daten.

Sicherlich ist es ein berechtigtes Anliegen der Versicherungswirtschaft, Betrügereien zu verhindern und den Tätern das Handwerk zu legen. Angesichts der Details, die im FTD-Beitrag genannt werden (z.B. Eintrag in die Liste bei 3 Schäden in 24 Monaten oder 4 Rechtsschuztfällen innerhalb von 12 Monaten !) stehen mit allerdings vor Entsetzen die Haare zu Berge. Ob das Modell den Anforderungen des Daten- und Verbraucherschutzes genügt, bleibt abzuwarten. Immerhin sollen Kunden bei einem Eintrag informiert werden. Das neue System startet am 01.04.2011.

Danke an RA Joachim Otting, rechtundraeder.de für den Hinweis auf die aktuelle Entwicklung!

Update 01.04.2011:

Die Süddeutsche Zeitung berichtet ebenfalls in diesem Artikel – Link (Quelle: Captain HUK).

Update 05.04.2011:

Auch die Unfallzeitung (“Sind wir alle Gauner ?”) macht sich Gedanken zur Datensammlung der Versicherungen; außerdem sind Links zu weiterführenden Informationen und zur Selbstauskunft genannt.

Update 05.11.2014:

Aus aktuellem Anlaß hole ich den Beitrag noch mal nach vorne. Wie hier in der “Neuen Osnabrücker Zeitung” berichtet wird, wird mit der HIS-Datenbank kräftig Schindluder getrieben. Aufgedeckt hat das der Versicherungmakler Helberg. Und das soll keine Methode sein ?

 

RA FRESE

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verkehrsrecht Jürgen Frese, Schafhausener Str. 38, 52525 Heinsberg. Tel.: 02452/915017. Fax: 02452/915033. e-Mail: info@ra-frese.de

3 Kommentare

  1. onlineauszug? die uniwagnis-daten werden bis heute per kurierdienst auf magnetband zu versicherern ausgeliefert. forget it. :p

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